August 2020 Vitalpilz Hericium erinaceus

Hericium erinaceus der Affenkopfpilz

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Sein äußeres Erscheinungsbild ist ungewöhnlich: weiß bis cremefarben, manchmal auch rosarot, ist sein runder Fruchtkörper von kleinen „Stacheln“ bedeckt. Wer ihn einmal gesehen hat, vergisst diesen seltsamen Vertreter der Vitalpilze nicht mehr. Der Igelstachelbart ist ein beliebter Speisepilz. Ob frisch vom Markt oder getrocknet auf Vorrat: er bereichert jedes Gericht durch sein feines Aroma, das an Meeresfrüchte mit leichter Zitronennote erinnert. Neben seinen kulinarischen Eigenschaften ist auch seine Kombination aus unterschiåedlichen Vitalstoffen ein wichtiger Beitrag zur täglichen Ernährung. Deshalb wird er bereits seit über 70 Jahren in Asien angebaut.

Herkunft und Nutzung des Hericium

Der Igelstachelbart ist in der freien Natur nur selten zu finden, obwohl seine Heimat Nordeuropa und –amerika sowie Ostasien ist. Er wächst an den Wunden schwacher oder abgestorbener Laubbäume und bevorzugt Eichen und Buchen, manchmal auch Obstbäume. Dank einer erfolgreichen Kultivierung ist er ein weit verbreiteter Speisepilz und gilt vor allem in der asiatischen Küche als Delikatesse.
Aber auch als Nahrungsergänzungsmittel ist er in Asien seit langem bekannt. Dies ist vor allem den enthaltenen wertvollen Biovitalstoffen zu verdanken, die sich wohltuend auf den Körper auswirken.

Inhaltsstoffe des Hericium

Der Wert seiner Inhaltsstoffe ist sehr weit erforscht. Vor allem das Vorhandensein der acht essenziellen Aminosäuren ist belegt. Aber auch der hohe Kaliumgehalt bei gleichzeitig sehr niedrigen Natriumwerten macht ihn zu einem wichtigen Mitglied der Vitalpilzfamilie. Desweiteren sind Zink, Eisen und Selen sowie Polysaccharide in nennenswerten Mengen vorhanden.

Vitalpilze und ihre Bedeutung in der Naturheilkunde

In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Hericium gut für die fünf Organe Niere, Leber, Milz, Herz und Magen. Der Pilz gehört zu den ausgewählten Pilzarten, welche in der Mykotherapie als Vitalpilze, Heilpilze, Medizinalpilze oder auch als Gesundheitspilze bezeichnet werden. Er unterstützt nachhaltig die Verdauung, dient der allgemeinen Stärkung, gibt Lebenskraft und beugt Krebserkrankungen vor.

Tatsächlich ist das Wirkungspotenzial des Affenkopfpilz im gesamten Verdauungssystem erheblich. Der Vitalpilz Hericium reguliert die Verdauung und wirkt beruhigend. Der sogenannte Heilpilz trägt wesentlich zum Wiederaufbau geschädigter Magen-, Darm- und Speiseröhrenschleimhäute bei, behebt Störungen der Darmflora und hilft bei Übersäuerung oder Sodbrennen.

Klinische Studien haben gezeigt, dass Heilpilz Hericium sehr erfolgreich bei allen Entzündungen und Geschwüren sowie bei Krebserkrankungen im Verdauungstrakt, also bei Magengeschwüren, Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Colitis ulcerosa , Morbus Crohn, Kolonkarzinomen, Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt werden kann.

Die Antitumorwirkung des Heilpilz Hericium wird seinen Polysacchariden und Polypeptiden und ihrer immunstimulierenden Wirkung zugeschrieben. Es konnten auch antimikrobielle Wirkstoffe nachgewiesen werden, die beispielsweise das Bakterium Helicobacter pylori hemmen, welches für die Entstehung von Magengeschwüren und Magenkrebs verantwortlich gemacht wird. Auch wurden Stoffe mit dem Namen „Erinacin(e)“ nachgewiesen, durch welche die Regneration und Wachstum von Nervenzellen und Nervenfasern begünstigt wird. Da die Bauchgegend mit über 100 Millionen Nervenzellen die größte Ansammlung von Nervenzellen darstellt wird verständlich warum der Heilpilz Hericium so positive Auswirkungen auf den Magen-Darm Trakt besitzt.

Der Vitalpilz entfaltet aber noch viele andere Wirkungen. Der Heilpilz hilft bei Infektionen, bei Asthma, Allergien und bei Neurodermitis. Im Hericium enthaltene Erinacine können den Nervenwachstumsfaktor stimulieren. Dies kann bei innerer Unruhe, Nervenerkrankungen und bei der Alzheimer Krankheit von Nutzen sein und die Regeneration peripherer Nerven bei neuronalen Erkrankungen und Polyneuropathie unterstützen. Nach einigen Wochen der Einnahme wirkt Hericium ausgleichend und harmonisierend und kann Angstzustände, Depressionen, Wechseljahresbeschwerden und insbesondere Schlafstörungen lindern. Studien berichten von einer Stimmung aufhellenden Wirkung der Presssäfte des Pilzes.

Heilpilz der besonderen Art.

Juli 2020 Vitalpilz Enoki

Enoki der Samtfußrübling

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Seinen Namen „Winterpilz“ verdankt der Enoki der Gewohnheit, in der kühlen Jahreszeit zu wachsen. Vor allem in Japan, und in ganz Asien ist er ein sehr beliebter Speisepilz. Sein Lebensraum ist die Nordhalbkugel aber er ist auch in Australien zu finden. Sein Wert als Vitalpilz nimmt in den letzten Jahren mehr und mehr zu.


Herkunft und Nutzung des Enoki

Der Samtfußrübling wächst überwiegend auf abgestorbenen Ästen, Baumstämmen und Stümpfen von Laubbäumen. Er bildet lange, dünne Stile und 2-10 cm breite Hüte aus. Sein bevorzugter Lebensraum ist der kühle Norden aber auch auf dem australischen Kontinent ist er zu finden. Seine große Beliebtheit als Speisepilz hat ihn schon sehr früh interessant als Zuchtpilz gemacht. Bereits im 9. Jahrhundert – zur Zeit der Tang Dynastie – ist sein Anbau dokumentiert. Eine besondere Ehre wurde ihm im Jahr 1993 zu Teil: Im Rahmen der Spacelab-Mission D2 wurde der Einfluss der Schwerkraft auf das Wachstum des Enoki untersucht. Möglich war das, weil er relativ einfach zu kultivieren ist.


Inhaltsstoffe des Enoki


Der Enoki enthält einen hohen Anteil pilztypischer Polysaccharide. Charakteristisch für ihn sind auch Flammin und Velin, zwei Eiweißverbindungen, die auch in wissenschaftlichen Studien immer wieder untersucht werden. Daneben enthält er B-Vitamine und einen kleinen Anteil von Vitamin C.

In der Praxis erprobte Anwendungsgebiete

• Verbesserung der Verträglichkeit von Chemo- und Strahlentherapie 
Die immunmodulierenden Eigenschaften des Enoki stärken einen Organismus, der aufgrund einer schulmedizinischen Tumortherapie besonders belastet wird. Sowohl eine verbesserte Verträglichkeit der Therapie als auch ein Schutz vor weiteren Zellveränderungen kann durch die antioxidativ wirkenden Inhaltsstoffe erreicht werden.
• Immunmodulation bei Allergien und Infektionen
Der Enoki stimuliert unter anderem die Interferon-Gamma-Produktion, die bei der Immunantwort des Organismus von großer Bedeutung ist. Bemerkenswert ist der modulierende Effekt auf das Immunsystem. Deshalb kann der Enoki zum Schutz vor Infektionen ebenso wie bei überschießenden Abwehrreaktionen (zum Beispiel Allergien) eingesetzt werden.
• Chronisches Müdigkeitssyndrom
Als vitalisierender Pilz mit hohem Gehalt an Polysacchariden kann der Enoki auch bei chronischem Müdigkeitssyndrom, wie es unter anderem als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auftritt, eingesetzt werden.

Juni 2020 Vitalpilz Coriolus Versicolor

Coriolus Versicolor der Schmetterlingsporling

Bei einem Spaziergang durch den Wald oder entlang eines Holzzaunes können wir diesen wunderschönen Pilz immer wieder finden. Sein außergewöhnliches Äußeres sticht sofort ins Auge und lässt uns auf Grund der ungewöhnlichen Gestalt aufmerksam werden. Der äußerst anpassungsfähige Coriolus Pilz wächst auf der ganzen Welt. Er ist ein echter Saprobiont und leistet in der Natur einen wertvollen Dienst: Er zersetzt abgestorbenes Holz und hilft so, die Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zu integrieren. Man findet ihn in unseren Wäldern auf den Stämmen toter Laubbäume, selten auch auf Nadelholz. Die Nutzung dieses Pilzes fokussiert sich auf die Nahrungsergänzung. Wertvolle Inhaltsstoffe lassen ihn in dieser Form immer wichtiger werden.

Herkunft und Nutzung des Coriolus

Der Coriolus ist auf der ganzen Welt zu Hause. Seine außergewöhnliche Optik hat ihn zu einem beliebten Dekorationsobjekt gemacht. Er ist sowohl allein als auch zusammen mit anderen Materialien in einem Gesteck ein toller Blickfang. In Asien ist die Verwendung der Schmetterlingstramete seit Jahrhunderten dokumentiert. Vor allem die ernährungsphysiologischen Stärke, ihr hoher Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, macht sie zu einem beliebten Mittel der Nahrungsergänzung. Hinzu kommen noch einige spezielle Polysaccharide, z.B. PSK und PSP, die in verschiedenen Studien näher untersucht wurden.

Inhaltsstoffe des Coriolus

Der Coriolus enthält neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen einige besondere proteingebundene Polysaccharide: Polysaccharidpeptid (PSP) und Polysaccharid-K (PSK). Diese sind immer wieder Gegenstand von wissenschaftlichen Studien, die deren Einfluss auf das Immunsystem untersuchen. PSK ist unter dem Namen Krestin in Asien bekannt und ein fester Bestandteil der traditionellen Volksheilkunde.

Was macht Coriolus – Schmetterlingstramete als Medizinalpilz so besonders?

Die Heilpilz Coriolus ist ein ausgezeichneter Lieferant von proteingebundenen Polysacchariden, die erst während der Verdauung aufgespalten werden und als biological response modifier gelten. Das bedeutet, dass damit zum Beispiel Immunreaktionen bei Heilungsprozessen positiv beeinflusst werden können. Die immunstärkende Wirkung ist sowohl für gesunde als auch für kranke Menschen von Interesse.

Vor allem bei der begleitenden Krebstherapie, aber auch bei Erkrankungen von Brust, Darm und Magen werden den Polysacchariden aus der Schmetterlingstramete positive Wirkungen zugeschrieben. Die im Pilz enthaltenen Wirkstoffe scheinen aber auch dafür zu sorgen, dass das Immunsystem angeregt wird. Neuste Studien von Anfang diesen Jahres(2012) zeigen, dass bei Brustkrebspatieneten ein signifikanter Anstieg der Immunzellen(Lymphozyten und Leukozyten) erfolgte.

Mai 2020 Vitalpilz Cordyceps sinensis

Cordyceps sinensis – der tibetische Raupenkeulenpilz

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Entdeckt wurde dieser Pilz von tibetischen Yakhirten, die eine ungewöhnliche Vitalität ihrer Tiere feststellten, wenn sie auf Wiesen weideten, auf denen diese Pilze wuchsen. Was für die Rinder gilt, sollte doch auch auf den menschlichen Organismus übertragbar sein. So begannen die Hirten, diese Pilze auch für den eigenen Verzehr zu entdecken. Auch heute noch sammeln die Bewohner des Hochlandes Fruchtkörper des Raupenpilzes im Himalaya.

Herkunft und Nutzung des Cordyceps

Die Heimat des Cordyceps ist das Hochland Tibets zwischen 3000 und 5000 m. Allerdings ist er auch in anderen hochgelegenen Wiesen und Weiden des Himalaya zu finden. In diesen Gegenden ist die Suche nach dem seltenen Pilz mit der unscheinbaren Form oft die einzige Einnahmequelle. Der Raupenpilz hat diesen Namen von seiner ungewöhnlichen Lebensweise: er befällt im Herbst eine bestimmte Raupenart und nutzt das Tierchen als Nahrung. Im Frühjahr treibt er braune Fruchtkörper aus, die dann von Sammlern geerntet werden. Da die Suche sehr mühsam ist und die Nachfrage auf dem Markt die angebotene Menge weit übersteigt, ist der Cordyceps ein sehr wertvolles Gut: ein Kilo dieser Fruchtkörper aus Wildsammlung kostet bis zu 28.000 Euro auf dem freien Markt. Um die wohltuenden Eigenschaften des Cordyceps allen Kunden zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung stellen zu können, wurde eine Zuchtform entwickelt, die diesen Pilz in größeren Mengen hervorbringt.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Produkte aus gezüchteten Pilzen die gleichen Inhaltsstoffe enthalten, wie die aus Wildsammlung.

Inhaltsstoffe des Cordyceps

Der Cordyceps enthält neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen einige besondere Aminosäuren: Cordycepin, Ergosterol und L-Tryptophan. Wissenschaftliche Forschungen beschäftigen sich immer wieder mit ihren positiven Eigenschaften. Auch die pilztypischen Polysaccharide, genannt Beta Glucane erregen immer wieder die Aufmerksamkeit der Forscher und man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse hier in den nächsten Jahren gewonnen werden können.

Besonders interessante Indikationen von Cordyceps sinensis und Cordyceps militaris:

  • Müdigkeit, körperliche Erschöpfung und Rekonvaleszenz
  • Psychische Erschöpfung bis mittlere Depression
  • Impotenz und Sterilität
  • Hormonelle Regulationsstörungen
  • Allergien und Autoaggressive Erkrankungen und Asthma
  • Niereninsuffizienz
  • Virus Hepatitis und andere chronische Lebererkrankungen
  • antitumorale Wirkung, Immunmodulation, Erregerbedingte Erkrankungen

Cordyceps in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Tempeatur: warm
Geschmack: süß
Funktionskreis: Niere und Lunge

TCM Wirkweise und Indikation:

stärkt Nieren-Jing

Nieren-Yang und Lungen-Yin

transformiert Schleim

stoppt Husten

stärkt Wei Qi

Traditionell bei Schwäche, zur Verjüngung, Steigerung der Libido, Lungen- und Nierenerkrankungen, Optimierung des Immunsystems.

April 2020 Vitalpilz Coprinus comatus

Coprinus Comatus – der Porzellantintling

In Europa ist der Coprinus sehr weit verbreitet. Er gedeiht sehr gut auf Wiesen und Äckern und lässt sich wegen seiner anspruchslosen Art leicht kultivieren. Seinen deutschen Namen „Schopftintling“ hat er seiner Besonderheit zu verdanken: nach der Reifephase löst sich sein Hut in schwarze Tinte auf. Diese wurde früher auch zum Schreiben benutzt. Als Speisepilz macht er sich durch seinen feinen, spargelähnlichen Geschmack und die ausgewogene Kombination seiner Inhaltsstoffe sehr beliebt.


Herkunft und Nutzung des Coprinus

Der Coprinus Pilz hat seine Heimat in Europa. Hier wächst er wild auf Wiesen, Äckern und an Feldrainen. Da der Pilz nicht gelagert werden kann, wird er nicht kommerziell angebaut. Seit einigen Jahren erfreut sich die zu Zucht zu Hause immer größerer Beliebtheit. Hier kann der Schopftintling im Haus oder Garten auf Kultursubstrat gezogen werden. Im Garten zeigt eine gute Vorbereitung des Bodens bei der Ernte des Coprinus Wirkung. Je hochwertiger der Boden ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Erntewellen, evtl. sogar im Folgejahr möglich sind. Der Coprinus ist nicht lagerfähig. Sogar bei der Ernte eines sehr jungen Pilzes ist die Gefahr groß, dass er sich durch die Autolyse selbst zersetzt und so nur ein klebriger schwarzer Fleck statt des schmackhaften Hutes übrig bleibt. Dieser schwarze Tintenfleck gab dem Schopftintling auch seinen Namen. Denn diese Flüssigkeit wurde früher tatsächlich zum Schreiben genutzt.

Inhaltsstoffe des Coprinus

Der Coprinus enthält einen hohen Anteil an Eiweiß: alle für den Körper des Menschen essenziellen Aminosäuren sind im Spargelpilz enthalten. Neben Eisen, Magnesium und Kalzium enthält er einen hohen Anteil an Kalium und wenig Natrium. Gleichzeitig findet man bei ihm Vitamin C. Dies ist bei Pilzen eher selten der Fall. Zusammen mit den B-Vitaminen Niacin, Thiamin und Riboflavin liefert dieser Pilz einen wertvollen Beitrag zur täglichen Ernährung.

Medizinische Verwendung des Corinus

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird dieser Vitalpilz verwendet, wenn es um die Behandlung von Hämorrhoiden und Verdauungsproblemen geht. Neuere Forschungen verweisen auf positive Wirkungen bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels, was den Heilpilz Coprinus bei Diabetes Typ II und bei der Hemmung von Sarkomzellenwachstum interessant macht.

Hauptsächlich wird der Vitalpilz Coprinus allerdings bei der begleitenden Behandlung von Diabetes eingesetzt. In Versuchen konnte der Blutzuckerspiegel gesenkt und die Glukosetoleranz erhöht werden. Darüber hinaus führte die Veränderung des Stoffwechsels zu einer Gewichtsreduktion.

Coprinus, der Schopftintling, wird als Vitalpilz vor allem wegen seiner Lektine geschätzt, die direkt an Zellmembranen andocken und so den Stoffwechsel beeinflussen können. Darüber hinaus wird er häufig dazu verwendet einen positiven Einfluss auf die Behandlung von Diabetes zu nehmen.

März 2020 Vitalpilz Chaga

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Chaga – der schiefe Schillerporlin

Um den Chaga ranken sich viele Geschichten: So soll einer Sage nach der Großfürst von Kiew im 11./12. Jahrhundert regelmäßig einen Sud aus Chaga Pilz getrunken haben. Später wurde der Einsatz des Chaga von den Einwohnern Sibiriens gut dokumentiert. In der heutigen Zeit ist der Chaga auf vielen Kontinenten bekannt und wird auch gerne in Rahmen der mykotherapeutischen Ernährungsberatung angewendet.
 

Herkunft und Nutzung des Chaga

Der Chaga Pilz ist ein echter Sumpfbewohner. Er liebt die Laubbäume der Waldgebiete von Russland, Polen und Skandinavien wie auch in Kanada oder Japan. Aber auch in anderen Ländern kann er vorkommen. Er ist ein Parasit und besiedelt gerne verschiedene Laubbäume. In den Ländern, in denen der Chaga genutzt wird, sammelt die einheimische Bevölkerung lediglich den auf Birken wachsenden Schiefer Schillerporling.
Der Chaga sieht aus wie eine verbrannte Stelle am Baumstamm. Wenn man die schwarze oder dunkelbraune Rinde aufbricht, kommt das braune, holzartige Innenleben zum Vorschein.
Traditionell wird der Pilz dann noch getrocknet und gebrochen bzw. geschrotet. Durch die grobe Struktur kommt es beim Zerkleinern zu sehr unterschiedlich großen Stücken. Von würfelgroßen Brocken bis zum Pulver findet sich dann alles im Mörser. Danach muss man diese Stücke nur noch mit Wasser aufgießen und ziehen lassen. Diesen kräftig herb schmeckenden Tee kann man mehrmals am Tag trinken.
 

Inhaltsstoffe des Chaga

Die Stärke des Chaga liegt in der Kombination von unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Vor allem verschiedene Polyphenole und Polysaccharide gelten als wertvolle Antioxidanzien und begründen seinen guten Ruf.
Ein weiterer nennenswerter Vitalstoff ist das Betulin, das im Inonotus obliquus nachgewiesen wurde. Vermutlich wird es aus seinem Wirtsbaum, der Birke, synthetisiert und über die lange Wachstumszeit des Chaga angesammelt. Als Betulinsäure ist es immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Zuletzt seien noch Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralstoffe genannt. Vor allem Kalium, Natrium und Magnesium lasssen sich in diesem Vitalpilz nachweisen.
 

Kurzbeschreibung der medizinischen Wirkung:

  • Entzündliche Erkrankungen des Magen-Darmtraktes
  • Krebserkrankungen allgemein, mit einem besonderen Schwerpunkt auf
  • solche des Magen-Darmtraktes
  • Hungerstillung
  • Entzündungshemmung
  • Allgemein kräftigend
  • Antioxidativ
  • Antiviral
  • Abwehrstärkend
  • Stoffwechselanregend
  • Zur Unterstützung bei allergischen Hauterkrankungen (Darmsanierung)
  • Äußerlich reinigend und desinfizierend

Februar 2020 – Vitalpilz Auricularia polytricha

Im Monat Februar möchte ich  die chinesische Morchel Auricularia polytricha  beschreiben

In diesem Jahr möchte ich euch die Vitalpilze vorstellen. Pilze sind faszinierende Geschöpfe. Sie gehören weder zum Tier noch zum Pflanzenreich und haben intelligente Überlebensstrategien entwickelt


Der Auricularia wächst ganzjährig am liebsten auf Holunderbüschen, ist aber auch auf anderem Laubholz zu finden. Als Chinesiche Morchel ist er ein unverzichtbarer Bestandteil in vielen Rezepten und wird wegen des hohen Bedarfs bereits seit über 1500 Jahren in China gezüchtet. Nicht nur in frischer Form, auch getrocknet ist er mittlerweile überall zu erwerben und als Ergänzung zur täglichen Ernährung in Form von Auricularia Extrakt oder Pulver weit verbreitet.

Herkunft und Nutzung des Auricularia

Der Auricularia verdankt seinen deutschen Namen „Judasohr“ einer Legende, die sich um den Mann dreht, der der Bibel nach Jesus verraten haben soll. Danach soll sich Judas an einem Holunderbaum erhängt haben, an dessen Stamm Pilze wuchsen, die die Form von Ohrmuscheln aufwiesen. Der Wahrheitsgehalt dieser Legende ist schwer nachzuprüfen – der Wert des Holunderschwamms als Speisepilz jedoch ist belegbar. Bereits seit 1500 Jahren wird er in China angebaut, um den hohen Verbrauch zu ermöglichen. Doch auch auf anderen Kontinenten ist er bekannt: im 18. Jahrhundert wurde er in Neuseeland angebaut, getrocknet und nach China verschickt. 1960 entdeckte man, dass dieser Pilz mit dem nahezu neutralen Aroma sich hervorragend auf Sägespänen züchten lässt und wird seither in

in großem Stil weltweit angebaut. Gleichzeitig zu seiner Nutzung als Nahrungsmittel erkannte man den Wert, den die Inhaltsstoffe haben. Im „Kreuderbuch“ von Adam Lonitzer (1528 – 1586) findet man ihn ebenso wie in alten asiatischen Handschriften.

Kurzbeschreibung der medizinischen Wirkung:

Seit langem forscht man zur blutgerinnungshemmenden Wirkung dieses Vitalpilzes, die sich positiv auf den Blutdruck auswirkt. Vor allem bei der Prävention von Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen wird über positive Ergebnisse berichtet, auch wenn die genaue Wirkungsweise der Inhaltsstoffe nicht bekannt ist.

Weitere Untersuchungen weisen auf die regulierende Wirkung der Chinesischen Morchel auf das Immunsystem hin, wodurch zum Beispiel die Bildung von Immunzellen aus der Milz verbessert werden konnte. Wie die meisten Vitalpilze und Heilpilze, die bisher untersucht wurden, scheint sich der Medizinalpilz Auricularia positiv auf die Stärkung des Immunsystems bei Tumorerkrankungen auszuwirken und wird deshalb in der begleitenden Behandlung eingesetzt.

Was macht den Auricularia so besonders?

Der Mu-Err-Pilz Auricularia ist nicht nur ein beliebter Speisepilz. In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat er als Vitalpilz und Heilpilz vor allem bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen Bedeutung und wird zur Vorbeugung von Schlaganfall und Herzinfarkt eingesetzt.