März 2020 Vitalpilz Chaga

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Chaga – der schiefe Schillerporlin

Um den Chaga ranken sich viele Geschichten: So soll einer Sage nach der Großfürst von Kiew im 11./12. Jahrhundert regelmäßig einen Sud aus Chaga Pilz getrunken haben. Später wurde der Einsatz des Chaga von den Einwohnern Sibiriens gut dokumentiert. In der heutigen Zeit ist der Chaga auf vielen Kontinenten bekannt und wird auch gerne in Rahmen der mykotherapeutischen Ernährungsberatung angewendet.
 

Herkunft und Nutzung des Chaga

Der Chaga Pilz ist ein echter Sumpfbewohner. Er liebt die Laubbäume der Waldgebiete von Russland, Polen und Skandinavien wie auch in Kanada oder Japan. Aber auch in anderen Ländern kann er vorkommen. Er ist ein Parasit und besiedelt gerne verschiedene Laubbäume. In den Ländern, in denen der Chaga genutzt wird, sammelt die einheimische Bevölkerung lediglich den auf Birken wachsenden Schiefer Schillerporling.
Der Chaga sieht aus wie eine verbrannte Stelle am Baumstamm. Wenn man die schwarze oder dunkelbraune Rinde aufbricht, kommt das braune, holzartige Innenleben zum Vorschein.
Traditionell wird der Pilz dann noch getrocknet und gebrochen bzw. geschrotet. Durch die grobe Struktur kommt es beim Zerkleinern zu sehr unterschiedlich großen Stücken. Von würfelgroßen Brocken bis zum Pulver findet sich dann alles im Mörser. Danach muss man diese Stücke nur noch mit Wasser aufgießen und ziehen lassen. Diesen kräftig herb schmeckenden Tee kann man mehrmals am Tag trinken.
 

Inhaltsstoffe des Chaga

Die Stärke des Chaga liegt in der Kombination von unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Vor allem verschiedene Polyphenole und Polysaccharide gelten als wertvolle Antioxidanzien und begründen seinen guten Ruf.
Ein weiterer nennenswerter Vitalstoff ist das Betulin, das im Inonotus obliquus nachgewiesen wurde. Vermutlich wird es aus seinem Wirtsbaum, der Birke, synthetisiert und über die lange Wachstumszeit des Chaga angesammelt. Als Betulinsäure ist es immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Zuletzt seien noch Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralstoffe genannt. Vor allem Kalium, Natrium und Magnesium lasssen sich in diesem Vitalpilz nachweisen.
 

Kurzbeschreibung der medizinischen Wirkung:

  • Entzündliche Erkrankungen des Magen-Darmtraktes
  • Krebserkrankungen allgemein, mit einem besonderen Schwerpunkt auf
  • solche des Magen-Darmtraktes
  • Hungerstillung
  • Entzündungshemmung
  • Allgemein kräftigend
  • Antioxidativ
  • Antiviral
  • Abwehrstärkend
  • Stoffwechselanregend
  • Zur Unterstützung bei allergischen Hauterkrankungen (Darmsanierung)
  • Äußerlich reinigend und desinfizierend

Februar 2020 – Vitalpilz Auricularia polytricha

Im Monat Februar möchte ich  die chinesische Morchel Auricularia polytricha  beschreiben

In diesem Jahr möchte ich euch die Vitalpilze vorstellen. Pilze sind faszinierende Geschöpfe. Sie gehören weder zum Tier noch zum Pflanzenreich und haben intelligente Überlebensstrategien entwickelt


Der Auricularia wächst ganzjährig am liebsten auf Holunderbüschen, ist aber auch auf anderem Laubholz zu finden. Als Chinesiche Morchel ist er ein unverzichtbarer Bestandteil in vielen Rezepten und wird wegen des hohen Bedarfs bereits seit über 1500 Jahren in China gezüchtet. Nicht nur in frischer Form, auch getrocknet ist er mittlerweile überall zu erwerben und als Ergänzung zur täglichen Ernährung in Form von Auricularia Extrakt oder Pulver weit verbreitet.

Herkunft und Nutzung des Auricularia

Der Auricularia verdankt seinen deutschen Namen „Judasohr“ einer Legende, die sich um den Mann dreht, der der Bibel nach Jesus verraten haben soll. Danach soll sich Judas an einem Holunderbaum erhängt haben, an dessen Stamm Pilze wuchsen, die die Form von Ohrmuscheln aufwiesen. Der Wahrheitsgehalt dieser Legende ist schwer nachzuprüfen – der Wert des Holunderschwamms als Speisepilz jedoch ist belegbar. Bereits seit 1500 Jahren wird er in China angebaut, um den hohen Verbrauch zu ermöglichen. Doch auch auf anderen Kontinenten ist er bekannt: im 18. Jahrhundert wurde er in Neuseeland angebaut, getrocknet und nach China verschickt. 1960 entdeckte man, dass dieser Pilz mit dem nahezu neutralen Aroma sich hervorragend auf Sägespänen züchten lässt und wird seither in

in großem Stil weltweit angebaut. Gleichzeitig zu seiner Nutzung als Nahrungsmittel erkannte man den Wert, den die Inhaltsstoffe haben. Im „Kreuderbuch“ von Adam Lonitzer (1528 – 1586) findet man ihn ebenso wie in alten asiatischen Handschriften.

Kurzbeschreibung der medizinischen Wirkung:

Seit langem forscht man zur blutgerinnungshemmenden Wirkung dieses Vitalpilzes, die sich positiv auf den Blutdruck auswirkt. Vor allem bei der Prävention von Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen wird über positive Ergebnisse berichtet, auch wenn die genaue Wirkungsweise der Inhaltsstoffe nicht bekannt ist.

Weitere Untersuchungen weisen auf die regulierende Wirkung der Chinesischen Morchel auf das Immunsystem hin, wodurch zum Beispiel die Bildung von Immunzellen aus der Milz verbessert werden konnte. Wie die meisten Vitalpilze und Heilpilze, die bisher untersucht wurden, scheint sich der Medizinalpilz Auricularia positiv auf die Stärkung des Immunsystems bei Tumorerkrankungen auszuwirken und wird deshalb in der begleitenden Behandlung eingesetzt.

Was macht den Auricularia so besonders?

Der Mu-Err-Pilz Auricularia ist nicht nur ein beliebter Speisepilz. In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat er als Vitalpilz und Heilpilz vor allem bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen Bedeutung und wird zur Vorbeugung von Schlaganfall und Herzinfarkt eingesetzt.