Aromatherapie und die Wege in den Körper
1. Perkutane Anwendung
Die perkutane Anwendung der Aromaöle besteht meistens aus einer Teil- oder Ganzkörpermassage mit einer dreiprozentigen Ätherische-Öle-Mischung in fettem pflanzlichem Öl. Fette oder fettähnliche Stoffe (ätherische Öle sind lipophil) können sich zunächst per Diffusion durch die Ausgänge der Schweißdrüsen und Haare entlang der fettähnlichen Zellmembranen dann weiter über die feinen Blutkapillaren in der Lederhaut bis in das Körperinnere „hangeln“. Bauch, Rücken und Beine sind relativ undurchlässig, alle Schleimhäute wiederum sind sehr durchlässig, jedoch auch leicht reizbar.
2. Nasale Anwendung
Die nahe liegendste Anwendung der Aromatherapie ist sicherlich das Einatmen der Düfte durch die Nase. Sie hat eine jahrtausendealte Tradition und ist auch die, die am schnellsten und unmittelbarsten wirken kann, vor allem im psychischen Bereich.
Duftmoleküle gelangen zunächst zur Riechschleimhaut mit ihren Riechzellen, diese sind wiederum mit Zilien ausgestattet. Die Zilien sind mit Rezeptorproteinen bestückt. Die in elektrische Signale verwandelte Duftbotschaft wandert über Nervenfortsätze durch die Siebbeinplatte ins Schädelinnere und gelangt so ihn den Riechkolben und tiefer in das Riechhirn.
3. Orale Anwendung
Die orale Anwendung geschieht einerseits fast tagtäglich durch aromatisierte Getränke und Speisen oder durch gezielte Einnahme im Krankheitsfall. Die medizinische Verschreibung zur inneren Einnahme sollte in Deutschland Ärztinnen und Heilpraktikerinnen vorbehalten bleiben. Die perkutane Anwendung ist unkompliziert und recht ungefährlich. Die Öle erreichen über die Blutkapillaren alle Organe. Deshalb werden nur in Ausnahmefällen Spuren oder einzelne Tropfen eines ätherischen Öls pur eingenommen. Sinnvoller und vor allen Dingen verträglicher für die Schleimhäute des Verdauungstraktes ist die Verdünnung mit fetten Ölen oder Honig. Die Einnahme auf Würfelzucker oder Milchzuckertabletten ist und der Selbstmedikation geläufig, jedoch nicht für alle Anwenderinnen verträglich, da die ätherischen Öle auf diese Weise unverdünnt an die Schleimhäute gelangen. Emulgierte Öle werden besser vom Körper aufgenommen. Zur Vereinfachung empfehle ich bei oraler Einnahme die Verwendung von Fertigpräparaten wie z.B. Gelomyrtol.
4. Rektale Anwendung
Die rektale Anwendung ist in Deutschland noch nicht verbreitet, in Frankreich ist sie jedoch bei lokalen Beschwerden (Hämorrhoiden) oder bei bronchopulmonalen Erkrankungen vor allem bei Kleinkindern weit verbreitet.
Dosierungsbeispiel: Für Kleinkinder von 1-3 Jahren gibt man 3 x täglich je ein Zäpfchen zu 25 Milligramm, für Kinder von 3-12 Jahren 3 x tägliche 50 Milligramm, Jugendliche und Erwachsene dürfen 3 x täglich 100 Milligramm bekommen. 25 Milligramm sind je nach Öl und Tropfvorrichtung 1.1,5 Tropfen.
Herstellung: Um selbstgemachte Zäpfchen herzustellen, mischen Sie 50 % Kakaobutter und 50 % Kokosnussöl. Schmelzen Sie die Zutaten, mischen Sie sie gut und fügen Sie dann die ätherischen Öle hinzu. Gießen Sie die Mischung in die Form und lassen Sie sie aushärten.
5. Vaginale Anwendung
Die vaginale Anwendung eignet sich gut bei Candida-Erkrankungen und Juckreiz. Als effektive Hilfe sei hier eine ätherische Öle-Mischung genannt, die bei Candida-Befall sehr hilfreich ist. Je ein Teil Rosa damaszensa (destilliert), Lavendula offizinalis und Melaleuca alternifolia (Tea tree). Alle zusammen 3% entweder in Jojoba-Öl oder in Joghurt geben und auf einen Tampon streichen und 20 Tage 3 x täglich wechseln.
