Februar 2026 Anwendungsformen in der Aromatherapie

Aromatherapie und die Wege in den Körper

1. Perkutane Anwendung

Die perkutane Anwendung der Aromaöle besteht meistens aus einer Teil- oder Ganzkörpermassage mit einer dreiprozentigen Ätherische-Öle-Mischung in fettem pflanzlichem Öl. Fette oder fettähnliche Stoffe (ätherische Öle sind lipophil) können sich zunächst per Diffusion durch die Ausgänge der Schweißdrüsen und Haare entlang der fettähnlichen Zellmembranen dann weiter über die feinen Blutkapillaren in der Lederhaut bis in das Körperinnere „hangeln“. Bauch, Rücken und Beine sind relativ undurchlässig, alle Schleimhäute wiederum sind sehr durchlässig, jedoch auch leicht reizbar. 

2. Nasale Anwendung

Die nahe liegendste Anwendung der Aromatherapie ist sicherlich das Einatmen der Düfte durch die Nase. Sie hat eine jahrtausendealte Tradition und ist auch die, die am schnellsten und unmittelbarsten wirken kann, vor allem im psychischen Bereich. 

Duftmoleküle gelangen zunächst zur Riechschleimhaut mit ihren Riechzellen, diese sind wiederum mit Zilien ausgestattet. Die Zilien sind mit Rezeptorproteinen bestückt. Die in elektrische Signale verwandelte Duftbotschaft wandert über Nervenfortsätze durch die Siebbeinplatte ins Schädelinnere und gelangt so ihn den Riechkolben und tiefer in das Riechhirn. 

3. Orale Anwendung

Die orale Anwendung geschieht einerseits fast tagtäglich durch aromatisierte Getränke und Speisen oder durch gezielte Einnahme im Krankheitsfall. Die medizinische Verschreibung zur inneren Einnahme sollte in Deutschland Ärztinnen und Heilpraktikerinnen vorbehalten bleiben. Die perkutane Anwendung ist unkompliziert und recht ungefährlich. Die Öle erreichen über die Blutkapillaren alle Organe. Deshalb werden nur in Ausnahmefällen Spuren oder einzelne Tropfen eines ätherischen Öls pur eingenommen. Sinnvoller und vor allen Dingen verträglicher für die Schleimhäute des Verdauungstraktes ist die Verdünnung mit fetten Ölen oder Honig. Die Einnahme auf Würfelzucker oder Milchzuckertabletten ist und der Selbstmedikation geläufig, jedoch nicht für alle Anwenderinnen verträglich, da die ätherischen Öle auf diese Weise unverdünnt an die Schleimhäute gelangen. Emulgierte Öle werden besser vom Körper aufgenommen. Zur Vereinfachung empfehle ich bei oraler Einnahme die Verwendung von Fertigpräparaten wie z.B. Gelomyrtol.

4. Rektale Anwendung

Die rektale Anwendung ist in Deutschland noch nicht verbreitet, in Frankreich ist sie jedoch bei lokalen Beschwerden (Hämorrhoiden) oder bei bronchopulmonalen Erkrankungen vor allem bei Kleinkindern weit verbreitet.

Dosierungsbeispiel: Für Kleinkinder von 1-3 Jahren gibt man 3 x täglich je ein Zäpfchen zu 25 Milligramm, für Kinder von 3-12 Jahren 3 x tägliche 50 Milligramm, Jugendliche und Erwachsene dürfen 3 x täglich 100 Milligramm bekommen. 25 Milligramm sind je nach Öl und Tropfvorrichtung 1.1,5 Tropfen. 

Herstellung: Um selbstgemachte Zäpfchen herzustellen, mischen Sie 50 % Kakaobutter und 50 % Kokosnussöl. Schmelzen Sie die Zutaten, mischen Sie sie gut und fügen Sie dann die ätherischen Öle hinzu. Gießen Sie die Mischung in die Form und lassen Sie sie aushärten.

5. Vaginale Anwendung

Die vaginale Anwendung eignet sich gut bei Candida-Erkrankungen und Juckreiz. Als effektive Hilfe sei hier eine ätherische Öle-Mischung genannt, die bei Candida-Befall sehr hilfreich ist. Je ein Teil Rosa damaszensa (destilliert), Lavendula offizinalis und Melaleuca alternifolia (Tea tree). Alle zusammen 3% entweder in Jojoba-Öl oder in Joghurt geben und auf einen Tampon streichen und 20 Tage 3 x täglich wechseln.

Januar 2026 Aromatherapie für Heilberufe

 Aroma-Therapie

Das Wissen um die Verwendung ätherischer Öle ist ein uralter, überlieferter Erfahrungsschatz vieler Kulturen. Niederschriften altertümlicher Stämme und umfangreiche Verbreitung in Ägypten, Mesopotamien, China, Griechenland, Indien und vielen weiteren Ländern. Es wurden meist Duftstoffe aus Pflanzenteilen in Form von Räucherwerk für therapeutische und rituelle Zwecke angewandt.

Chinesen und Inder stellten zu ältesten Zeiten ihrer Geschichte ätherische Öle bei Hauterkrankungen her, vor allem von Rosen und Kalmus. Wichtigster Unterscheidungspunkt zur systemorientierten Schulmedizin sind die ganzheitlichen Ansätze der Aromatherapie. Natürliche Wohlgerüche und Essenzen zählten zu den frühesten und beliebtesten Handelsgütern der Welt. Diese Handelsleute verbreiteten das Wissen in vielen Ländern. Die Geschichte der ätherischen Öle ist untrennbar mit der Geschichte der gesamten Pflanzenheilkunde verbunden. Obwohl eine umfassende Kenntnis ätherischer Öle erst in jüngster Zeit gelang, ist deren Bedeutung bereits den ältesten Völkern nicht entgangen.

Die Destillierkunst muss vor ca. 5000 Jahren bekannt gewesen sein.

Die Römer nutzten diese Kenntnisse, sie destillierten aromatische Wässer und nutzten diese mit Massageölen. Pedanius Dioscorides (60 n. Chr.) stellte in seinem fünfbändigen „De Materia Medica“ 600 Pflanzen zusammen, beschrieb die chemische Zusammensetzung und deren Veränderung durch Bodenbeschaffenheit, Alter der Pflanze, der Jahreszeit etc. Dieses Werk diente als Vorläufer vieler medizinischen Texte. Claudius Galen ( 131-201 n. Chr.) erweiterte dies , der Ausdruck „Galenik“ wird noch heute benutzt, um Drogen und deren medizinische Bestandteile aus Pflanzen und Tieren zu beschreiben.

1928 wurde zuerst der Begriff „Aromatherapie“ von dem französischen Chemiker Rene Maurice Gattefosse geprägt.

Die Therapie mit aromatischen Ölen hat nun einen beachtlichen Bereich außerhalb der wissenschaftlich anerkannten Medizin eingenommen. Vor allem in England hat sich die Aromatherapie zu einem auch von den staatlichen Behörden anerkannten Teil der Heilkunst entwickelt. Davon ist man in Deutschland zwar noch weit entfernt, aber auch hier hat die Beschäftigung mit der heilenden Wirkung von ätherischen Ölen in weiten Bereichen der Bevölkerung Freunde gefunden.

Im deutschsprachigen Raum beschrieben E. Gildemeister und Fr. Hoffmann im Standardwerk „Die ätherischen Öle“ Herkunft, Inhaltsstoffe und Gewinnung.

Unter „Aromatherapie“ versteht man ein komplementäres, ganzheitliches therapeutisches Angebot durch Angehörige von Heilberufen. Im Laufe der Jahre konnten sich zahlreiche Rezepturen für die verschiedensten Rezepturen praktisch bewähren. Die duftenden Anwendungen und Mischungen zeigen dabei immer wieder verblüffende Erfolge. 

Bei allen Empfehlungen, insbesondere im psychischen Bereich, entscheidet letztendlich die Nase der Patientin, welcher Duft oder welche Mischung sich eignet: Es sollten nur Düfte verwendet werden, die als angenehm empfunden werden! 

Viele Betroffene wünschen sich neben konventionellen Therapien auch naturheilkundliche Anwendungen. Sie möchten nicht nur gegen eine Krankheit kämpfen, sondern auch etwas für den Weg zur Heilung und Gesundheit tun. 

Bei der Anwendung ätherischer Öle geht es um Begleitung, Unterstützung des Wohlbefindens, Stärkung der Widerstandskräfte und Aktivierung vorhandener Ressourcen.